Männergesangverein

"Liederkranz" Bogel 1920 e.V.


Chronik unseres Vereins Männergesangverein "Liederkranz"
Bogel 1920 e.V.

Ein trauriges Ereignis war der eigentliche Anlass zur Gründung des Gesangvereins. Als im Jahre 1920 ein 17-jähriger junger Mann frühzeitig aus dem Leben scheiden musste, rief der damalige Junglehrer Wilhelm Krämer die männliche und weibliche Jugend unserer Gemeinde zusammen, um mit einigen Grabliedern dem Verstorbenen die letzte Ehre zu erweisen. Dieser einmalige Zusammenschluss veranlasste einige junge Männer, einen Gesangverein zu gründen. So kam es am 11. Februar 1920 zur Gründung des MGV "Liederkranz" Bogel. Der erste Vorstand setzte sich wie folgt zusammen:

Präsident:

David Müller

stellv. Präsident:

August Aulmann

Schriftführer:

Adolf Dauer

Kassierer:

Wilhelm Strack

2. stellv. Vorstandsmitglied:

Carl Wilhelm

Den Dirigentenstab führte Lehrer Wilhelm Krämer.
Man begann mit 8 Stimmen im Tenor 1, 6 Stimmen im Tenor 2, 9 Stimmen im Bass 1 und 6 Stimmen im Bass 2.

Tenor 1:
August Aulmann, Adolf  Bonn, Wilhelm Bonn, Adolf  Dauer I., Adolf  Ebelshäuser,  Paul Jakobi, Willi Kappus, Karl Strack

Tenor 2:
Edmund Hofmann, Richard Röhrig, August Saueressig, Karl Saueressig, Karl Schaub, Wilhelm Schupp

Bass 1:
Alfred Friedberg, Heinrich Göller, Willi Seitel, Ernst Schmidt, Jacob Vogel, Ernst Bonn, Karl Klamp, August Rammersbach, Jacob  Strack

Bass 2:
Heinrich Metz, Rudolf  Metz, David Müller, Hellmut Hofmann, Wilhelm Strack, Karl Wilhelm

Der intensiven Chorarbeit des Dirigenten war es zu verdanken, dass der Verein noch im selben Jahr in der Öffentlichkeit auftreten konnte. Da keine Noten vorhanden waren, wurden diese durch den Chorleiter auf der Schultafel aufgezeichnet, womit den Sängern gleichzeitig auch ein kleiner Einblick in die Gründe der Notenlehre gegeben wurde. Später ging man dazu über, die Noten der einzelnen Stimmen von der Tafel auf Notenblätter zu übertragen. Als erstes Lied wurde "Sind wir vereint zur guten Stunde" eingeübt. Einstudiert wurden die Lieder mittels einer Geige. Gesangsstunde war zweimal wöchentlich und zwar dienstags und freitags. Das erste öffentliche Auftreten des Vereins war ein Ständchen anlässlich der grünen Hochzeit von Sangesbruder Jakob Vogel. Am 4. Juli 1920 nahm der Verein an einem Sängerfest in Kamp am Rhein teil; gesungen wurde das Lied "Das treue deutsche Herz". Die Hin- und Rückfahrt nach Kamp geschah mit Leiterwagen, die reichlich mit Grün geschmückt waren und von den Gespannführern August Aulmann und Adolf Bonn sen. gelenkt wurden. Nach dem siegreichen Bestehen des Chores in Kamp gab der Herrgott den mutigen Sängern auf der Rückfahrt nach Bogel eine Regentaufe. Die Stimmung der Sänger war trotz Regens gut und sie feuerten den Fuhrmann Adolf Bonn zur schnelleren Fahrt an. Dieser schwang daraufhin so heftig seine Peitsche, dass mancher Regenschirm der Frauen, die von einigen Sängern mitgenommen worden waren, aufplatzte. Völlig durchnässt, aber gesund, kamen sie alle in Bogel an. Manches Scherzwort fiel im Lauf der Zeit noch über dieses Sängerfest. Zum Missionsfest in Ruppertshofen am 8. August 1920 sang man das Lied "Der Herr ist mein Hirt. Am 6. November 1920 fand schon der erste Familien- und Unterhaltungsabend im Gasthaus "Weidenmüller" mit mehreren Liedern und Vorträgen von Einzelsängern statt.

Das Programm:

- Es klingt ein heller Klang

- Wie die Blümelein

- Hab oft im Kreise der Lieben

- In einem hellen Grunde

Einzelsänger: ,Der verliebte Postknecht (Adolf Bonn), Ich denke an Euch (Karl Klamp),                                                     Kennst du das Land (Willi Kappus).

Dieser Abend hatte eine solch positive Resonanz, dass das Programm am folgenden Abend für die ganze Gemeinde gegen Eintrittsgeld wiederholt wurde! In den nachfolgenden Jahren förderte der Verein durch Abhalten von Konzerten, Freundschaftssingen, Familienabenden, Theaterstücken, Singen von Ständchen und bei Beerdigungen etc. das kulturelle Leben unseres Heimatdorfes.

In der Generalversammlung am 22. Februar 1922 waren 38 Mitglieder erschienen.

Nach Neuwahlen setzte sich der Vorstand wie folgt zusammen:

        Präsident Adolf Dauer

        2. Vorsitzender ....................Heinrich Metz

        1. Schriftführer ...................Heinrich Göller

        2. Schriftführer: Richard Lang

        Kassierer: Wilhelm Strack

        Beisitzer: Carl Wilhelm

        Beisitzer: Adolf Ebelshäuser

Hier wurde erstmals beschlossen, pro Mitglied und Monat einen Beitrag von einer Mark zu erheben. Das Eintrittsgeld, um dem Verein beitreten zu können, wurde auf zwei Mark festgelegt. Weiterhin wurde beschlossen, dass der Sänger, der dreimal unentschuldigt fehlt, aus dem Verein ausgeschlossen wird. Bei ein- und zweimaligem unentschuldigtem Fehlen wurde der Strafsatz auf zwei Mark festgesetzt. Für das Singen bei Beerdigungen wurden Taxen von 30 und 60 Mark - je nach Vermögensverhältnissen - festgesetzt. Am 24. Februar 1922 wurde in einer außerordentlichen Versammlung beschlossen, inaktive Mitglieder aufzunehmen. Als Eintrittsgeld waren zehn Mark und als Monatsbeitrag fünf Mark zu entrichten.

Nach einem Antrag des Dirigenten wurde eine Vergütung für die Führung des Vereins auf 500 Mark pro Jahr festgelegt Durch die damalige Geldinflation mussten die Beiträge ständig geändert werden. Innerhalb eines Zeitraumes von vier Monaten wurde der Mitgliedsbeitrag auf fünf Mark angehoben und das Gehalt des Dirigenten auf 1500 Mark aufgestockt. Am 17. Februar 1923 wurde in der Generalversammlung die Vergütung des Dirigenten nach dessen Forderung auf einen Zentner Weizen einstimmig bewilligt. Jedes Mitglied, aktiv wie inaktiv, musste 2,5 Pfund Weizen abliefern. Das Eintrittsgeld in den Verein für Aktive wurde auf 50 Mark angehoben, Inaktive mussten 5 Pfund Roggen abliefern. Die zuvor erarbeiteten Vereinsstatuten wurden besprochen und von der Versammlung gutgeheißen. Der Verein führt den Namen

 MÄNNERGESANGVEREIN "LIEDERKRANZ" BOGEL

 und ist dem Sängerbund Rheinland  angeschlossen. Er hat den Zweck, zur Erhaltung des Deutschtums, die deutsche Sangeslust, deutsche Tugenden und deutsche Sitten in Wort und Lied zu pflegen und zu fördern. Bei Nichtentschuldigung bzw. nicht genügender Entschuldigung für das Fehlen an den Übungsstunden wurde das Strafmaß auf den Preis von einem Hühnerei festgelegt. 43 Mitglieder hielten am 11. Februar 1924 eine Generalversammlung ab. Eine genaue Kassenprüfung konnte infolge der im letzten Jahr instabilen  Geldverhältnisse nicht durchgeführt werden. Das Dirigentengehalt wurde neu festgelegt und auf 50 Goldmark angehoben. Die Monatsbeiträge für aktive Mitglieder betrugen 10 Goldpfennige und für Inaktive 20 Goldpfennige. Der Vereinsdiener August Bogler erhielt eine Vergütung von 0,50 Goldmark monatlich. Bei der Generalversammlung, die im Februar 1926 stattfand - es existiert kein Protokoll darüber -, wurde der Beschluss gefasst, ein Klavier anzuschaffen. Die Kosten der Anschaffung sollten von den aktiven Sängern getragen werden. Die Höhe des Beitrages pro Mitglied sollte erst nach Einholung von Angeboten festgesetzt werden. Bei einer späteren Chorprobe mit anschließender Besprechung legte man diesen Beitrag auf 15,- bis 20,- Mark fest. Verschiedene Mitglieder waren mit dieser Regelung nicht einverstanden und machten den Vorschlag, die Chorproben entweder im Hotel "Ruppmann" oder im Hotel "Weisbarth" abzuhalten, weil beide Häuser über ein Klavier verfügten und die Anschaffung eines eigenen Instrumentes hiermit unnötig sei. Da der Vorstand diesen Antrag nicht akzeptierte, erklärten zehn Mitglieder ihren Austritt aus dem Verein.

Es wurde daraufhin eine außerordentliche Versammlung einberufen, in der man nach einer lebhaften Aussprache den Entschluss fasste, den Kauf eines Klaviers zu vertagen und die ausgetretenen Mitglieder anzusprechen und dem Verein wieder zuzuführen. Im Jahre 1926 nahm man an dem Sängerbundfest in Holzhausen mit dem selbst gewählten Chorwerk "Matrosenabschied" und dem vorgeschriebenen Satz "Es steht eine Lind' in jenem Tal" teil. Ende September 1926 kam eine Abordnung des "Winkelmann'schen Männerchores" aus Frankfurt a.M. zum erstmaligen Besuch nach Bogel. Durch Bürgermeister Heinrich-Karl Maus, den Kriegskameraden Jean Diehl, Frankfurt a. M. und den Sangesbruder Richard Lang wurde mit dem "Winkelmann'schen Männerchor" eine Sängerfreundschaft geschlossen. Dieses erste Zusammentreffen verlief in harmonischer Weise und dauerte bis zum Morgengrauen.  In der am 12. Februar 1927 stattgefundenen Generalversammlung, in der 35 aktive und 2 inaktive Mitglieder anwesend waren, wurde beschlossen, an einem Gesangswettstreit in Braubach teilzunehmen. Als Delegierte wurden dorthin entsandt: Lehrer Krämer, Karl Maus und Richard Lang. Bei der Neuwahl des Vorstandes baten der 1. Vorsitzende und der 1. Schriftführer die Anwesenden, von einer Wiederwahl abzusehen. Zum neuen Vorsitzenden wurde Ernst Schmidt gewählt und Helmut Hofmann die Aufgabe des 1.Schriftführers übertragen. Anschließend wurden die aufgestellten Vereinsstatuten verlesen und unterzeichnet. Am 5. Juni 1927 fand in Braubach beim MGV 1843 der Gesangswettstreit statt, zu dem man sich angemeldet hatte. Der Verein nahm in der Landklasse des Kreises St. Goarshausen teil und brachte folgende Lieder zu Gehör:  

Aufgabechor:                            "Frühlingslust "(Pauli)

Volkslied:                                  "Heimliche Lieb " (Silcher)

selbst gewählter Chorsatz:       "Schön Rothtraut " (Kehldorfer)

Volkslied:                                   "Rätsel " (Winkelhake)

Der Verein erhielt den zweiten Klassenpreis mit der Punktzahl 172,5.

Auch am Bundesfest Rhein-Lahn nahm der Verein am 10. Juli 1927 teil, verbunden mit dem 45-jährigen Stiftungsfest und der Fahnenweihe des MGV St. Goarshausen.

Mit der Bewertung der Lieder "Frühling zieht ins Land hinein" (selbst gewählter Chorsatz) und "Der Lindenbaum" (Pflichtaufgabe) konnte der Verein zufrieden sein. In der am 11. Februar 1928 einberufenen Generalversammlung wurde beschlossen, sich an der "Gedächtnisfeier zu Ehren der im Kriege Gefallenen" zu beteiligen. Auch der in diesen Jahren gegründete zweite Bogeler Männerchor MGV "Frohsinn" hatte sich zu dieser Feier angesagt. So entstanden doch einige Rivalitäten zwischen beiden Chören.

Der im Februar 1927 zum 1. Vorsitzenden gewählte Ernst Schmidt musste kurze Zeit nach seiner Wahl sein Amt wieder niederlegen, da seine EItern mit der Wahl nicht einverstanden waren. So führte der damalige 2. Vorsitzende Adolf Dauer wieder die Geschäfte des Vereins. Aber auch er bat die Mitglieder, sich doch nun wieder einen neuen Vorsitzenden zu wählen, und so kam es am 21. April 1928 zur Neuwahl des Vorstandes.

1. Vorsitzender: Heinrich Göller

2. Vorsitzender: Karl Klamp

1. Schriftführer: Helmut Hofmann

2. Schriftführer: Richard Lang

Kassierer:  Wilhelm Strack

Beisitzer: Jakob Vogel

Beisitzer: Adolf EbeIshäuser

Anschließend wurde eine Reisekasse angelegt, die von Jakob Vogel verwaltet wurde, in die jedes Mitglied je nach Belieben  Beiträge einzahlen konnte.

Im Jahre 1928 legte Lehrer Krämer, bedingt durch einen Trauerfall, den Dirigentenstab nieder. Als neuen Dirigenten konnte man Herrn Linkenbach aus St. Goarshausen gewinnen. Sein Gehalt betrug 7 RM pro Gesangsstunde. Gesungen wurde einmal in der Woche im Hotel "Ruppmann". Durch Teilnahmen an Liedertagen, Freundschaftssingen und Abhalten von Familienabenden sowie Aufführen von Theaterstücken (z.B. "Das Ammieche von de Goldbachmühl", ein Volksstück in Nassauer Mundart von W. Reuter) wurde das kulturelle Leben unseres Dorfes entscheidend belebt.

In der Generalversammlung vom 14. Februar 1930 plante man das am 19./ 20./ und 21. Juli 1930 stattfindende Sängerfest, verbunden mit der Weihe der neuen Vereinsfahne und dem 10-jährigen Bestehen des Vereins. Daran nahmen 24 befreundete Vereine aus den Nachbarorten sowie der "Winkelmann'sche Männerchor" aus Frankfurt a. M. teil. Trotz strömenden Regens beteiligte sich die ganze Bevölkerung des Ortes an den Vorbereitungen und schmückte das Dorf mit festlichem Grün. Gegen Abend hatte der Wettergott ein Einsehen und die Schleusen des Himmels schlossen sich für die nächsten Tage. Die neu enthüllte Fahne wurde von weiß gekleideten Damen mit Schärpe durch den Ort getragen. Die Fahne wurde bei der Thüringer Fahnenfabrik in Coburg hergestellt. Zum 100-jährigen Todestag von Franz Schubert wurde auf der Rückseite das Bildnis Schuberts aufgestickt mit den Noten des Liedes "Am Brunnen vor dem Tore". Als Kaufpreis waren 560,- RM angegeben. Dem Festzug voran schritt eine Musikkapelle. Danach fand das offizielle Singen der Vereine statt. Der ausrichtende Verein, der MGV "Liederkranz" Bogel sang gemeinsam mit dem MGV "Frohsinn" Bogel zur Eröffnung das Lied "Wo gegen Himmel Eichen ragen" (Heinrichs).

Am nächsten Tag fand ein Volksfest mit Kinderbelustigung für die ganze Gemeinde nebst Angehörigen der näheren Umgebung statt. Im Jahre 1931 nahm der Verein am 50-jährigen Bestehen des "Winkelmann'schen Männerchores" in Frankfurt teil. Mit einem Omnibus des Herrn Spriestersbach aus Gemmerich fuhr man dorthin. Als äußeres Zeichen der Freundschaft überreichte man dem gastgebenden Verein eine Fahnenschleife. Beim Freundschaftssingen am nächsten Tage sang der Bogeler Chor das Lied "Senners Abendständchen" und hatte als kleinster Verein den größten Erfolg des Tages zu verzeichnen. Auch die Soloeinlagen des Sängers Adolf Ruppmann kamen sehr gut an. Entsprechend positiv fiel auch die Kritik im "Frankfurter Generalanzeiger" aus. Frohgelaunt und stolz über den großen Erfolg trat man die Heimreise an. Diese Fahrt blieb den Sängern sicherlich noch lange Zeit in Erinnerung.

Mit weiteren Theateraufführungen wie: "Das Köhlerkind vom Wildbachgrund", "Der Postillion von Rodendorf', Min Traum vom Glück" sowie Sängerfesten, Wertungssingen ging es die nächsten Jahre in der Vereinsgeschichte weiter.

Im Jahre 1936 nahm Dirigent Heinz Linkenbach Abschied von dem Verein. An seine Stelle trat Chorleiter Peter Klein aus Kamp-Bornhofen, aber auch er musste den Verein schon ein Jahr später wieder verlassen, da er zur Wehrmacht einberufen wurde. Von dieser Zeit an - bis zum Jahre 1939 - übernahm der Lehrer Heinz Klein die musikalische Leitung des Chores.

Dann kam der Krieg, das Vereinsleben ruhte. Die Mehrzahl der aktiven Sänger wurde zum Wehrdienst eingezogen. Viele von ihnen verloren ihr Leben auf dein Schlachtfeld. Der Krieg hatte schmerzliche Lücken hinterlassen, die nur schwer zu schließen waren.

Schon im Jahre 1946 raffte man sich wieder auf und begann erneut mit dem regelmäßigen Singen, galt es doch, eine alte Tradition zu wahren und fortzuführen. Bei der für den 5. November anberaumten Mitgliederversammlung waren folgende Sangesbrüder anwesend: 

Geller Heinrich

Dauer Edmund

 Lang Richard

Lang Ernst                       

Kreuz Joseph   

 Saueressig Karl

Hesse Heinz

Klös Arthur

Gemmerich Otto

Ruppmann Herbert

Ruppmann Adolf

Dauer Adolf

Saueressig August

   

Sangesbruder Heinrich Göller leitete die Versammlung. Der neu gewählte Vorstand setzte sich nun wie folgt zusammen:    

1. Vorsitzender:

Dauer Edmund

2. Vorsitzender:

Beilstein Walter  

Schriftführer:

Kreuz Joseph

Kassierer:     

Müller Richard  

Der Schriftführer Joseph Kreuz stellte nun die notwendigen Schreiben zusammen, die für die Wiederaufnahme des Vereinsgeschehens notwendig waren und von der damaligen Militärregierung genehmigt werden mussten. Die Schreiben mussten in deutscher und französischer Sprache verfasst werden. Den Beginn der ersten Gesangsstunde legte man auf den 7. Juni 1947 fest, auch plante man für den 22. Juni 1948 eine Tanzveranstaltung, um die Vereinskasse wieder finanziell aufbessern zu können.

Der aus dem Kriege heimgekehrte Chorleiter Peter Klein aus Kamp Bornhofen übernahm wieder den Verein und leitete ihn bis 1953. Auch bei den Nachbarvereinen ging es wieder aufwärts und man besuchte sich wieder bei Liederabenden, Freundschaftssingen, Konzerten und Wertungssingen. Nach dem Ausscheiden des Dirigenten Peter Klein galt es nun, einen Nachfolger zu suchen. Mit etwas Glück konnte man bald den Chorleiter Karl Deurer aus Kamp Bornhofen verpflichten. In der Person des äußerst musikalischen Leiters von mehreren Männerchören hatte man einen Chorleiter gefunden, der eine sehr intensive Probenarbeit aufnahm. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. Es würde in diesem Rahmen zu weit führen, alle die Konzerte und andere Veranstaltungen, sowie die Erfolge bei Wettstreiten aufzuzählen, die dem Verein immer größeren Aufschwung brachten.

Im Jahre 1969 verstarb plötzlich der Mitbegründer und erste Dirigent unseres Vereines (zwischenzeitlich zum Ehrendirigenten ernannt), Wilhelm Krämer, Oberlahnstein. Der Verein erwies ihm mit zwei am Grabe vorgetragenen Liedern unter der Leitung von Karl Deurer die letzte Ehre.

Durch den Lehrer Martin Schütz und seine Frau aus Lemförde, die im Hotel "Zur Post" als Gäste waren und dem dortigen Wirt und Sänger, Günter Redert, kam es zu einer Freundschaftsgründung mit dem MGV 1900 Brockum. Nach Absprache mit dem dortigen Vorstand startete man am 21. Februar 1970 mit 60 Personen zum ersten gegenseitigen Kennenlernen anlässlich des 70-jährigen Bestehens des MGV Brockum. Nach der 300 km langen Bahnreise von St. Goar nach Bohmte, auf der schon gute Stimmung herrschte, wurde man auf dem Bahnhof in Bohmte vom Vorstand des MGV Brockum nebst einer langen Reihe von Quartiergebern herzlich begrüßt. Mit Omnibus und zusätzlichen Privatwagen fuhr man zunächst nach Lernbruch, um hier den Bogelern den Dümmer als Nah- und Fernerholungsgebiet zu zeigen, aber auch, um gemeinsam im Lembrucher "Schodenhof" das Mittagessen einzunehmen. Anschließend ging es in die Privatquartiere, wo man sehr freundlich empfangen wurde. Unter dem einfallsreichen Motto, das in großen Lettern an der Stirnseite des Podiums im Saale zu lesen war:" Der Stemwederberg grüßt den Taunus" begann man das Sängerfest bei festlicher Stimmung, die nicht erst eingeheizt werden musste. Der erste Vorsitzende des MGV Brockum, Peter Engeroff, begrüßte die große Sängerfamilie, insbesondere den von weither angereisten Gastverein aus Bogel im Taunus. Der Chorgesang verbinde nicht nur die Menschen, sondern trage auch zur kulturellen Aufbauarbeit des Dorfes bei. "Lassen Sie uns den Kontakt pflegen, von Mensch zu Mensch, von Dorf zu Dorf. Lassen Sie uns mit diesem Sängerfest klingende Brücken bauen!" So die Worte des Vorsitzenden Engeroff unter starkem Beifall der Besucher.

Der 1. Vorsitzende des MGV "Liederkranz" Bogel, Kurt Horbach, dankte in mit rheinischem Humor gewürzten Worten für den begeisterten Empfang. Allen Sternwedern stünde das Dorf Bogel stets offen. Als Zeichen der Erinnerung an diesen Tag überreichte er dem Vorsitzenden des gastgebenden Vereins aus Brockum ein gerahmtes Großbild unserer Gemeinde. Somit war eine Sängerfreundschaft geschlossen, die bis heute Bestand hat. Man trifft sich immer wieder gerne im Dreijahresrhythmus zum geselligen Beisammensein. 1981, vom 6. bis 8. März, feierte man in Brockum die 10-jährige Freundschaft und 1991 traf man sich zum 20-jährigen Bestehen in Bogel. Nach einem ausgiebig gefeierten Liederabend in der Mehrzweckhalle in Bogel, trafen sich die Mitglieder beider Chöre am nächsten Morgen am Ortseingang von Bogel und  unter großer Beteiligung der Bevölkerung wurde von den Sängern ein Ahornbaum gepflanzt. "Möge dieser Baum wachsen, blühen und gedeihen wie unsere bewährte Freundschaft." Mit diesen Worten setzte Bürgermeister Ado Ruppmann den Stamm in die Mitte der Erdgrube und den Vorsitzenden beider Vereine, Edmund Uhe und Gerd Ruppmann, schwangen die Schaufel, um dem Ahorn einen festen Halt zu geben. Anschließend wurde der Baum gewässert, aber auch die trockenen Kehlen mit kühlem Bier versorgt.

Zu einer erhebenden Feierstunde in der großen, bis auf den letzten Platz besetzten und festlich geschmückten Mehrzweckhalle in Bogel gestaltete sich das 40-jährige Chorleiterjubiläum von Musikdirektor Karl Deurer am 1. November 1975. Das Programm wurde von den sechs unter der Stabführung des Jubilars stehenden Männerchören "Eintracht Friedrichssegen", "Elslein von Kaub", "Cäcilia Dahlheim", "Liederkranz Bogel", "1882 St. Goarshausen" und "Frohsinn Nochern" gestaltet.

Einen ganz besonderen Dank möchten wir unserem ehemaligen Chorleiter, Musiklehrer Karl Deurer sagen, der 25 Jahre lang durch intensive Probenarbeit durch sein musikalisches Können und seine Begabung unseren Chor erfolgreich leitete und im Jahre 1978 nach Erreichen der Altersgrenze von uns Abschied nahm.

Ab dem 6. Oktober 1978 übernahm nun der Lehrer Franz Wagner aus St. Goarshausen unseren Chor. Mit ihm galt es, an die Leistungen vergangener Jahre anzuknüpfen. So konnte der Verein vom 12. - 14. September 1980 sein 60-jähriges Gründungsfest mit 50-jähriger Fahnenweihe feiern. Hierzu sei erwähnt, dass August Saueressig (85) die goldene Ehrennadel des MGV "Liederkranz" Bogel durch den 1. Vorsitzenden Gerd Ruppmann überreicht wurde. Er war das noch einzige lebende Gründungsmitglied des Vereins aus dem Jahre 1920. Als Zeichen der Verbundenheit erhielt der Männerchor von der Vorsitzenden des Frauenchores Bogel, Inge Dressler, eine Fahnenschleife. In der Generalversammlung im Februar 1982 drängte der Vorstand darauf, dass der MGV als eingetragener Verein aus eventuellen Haftungsgründen beim Amtsgericht ins Vereinsregister eingetragen wird. Die anwesenden Mitglieder stimmten dem Antrag nach eingehender Aussprache zu. Ein besonderer Dank sei an dieser Stelle auch einmal den Vize- und Aushilfsdirigenten Günter Redert, Gerhard Wüst und Frau Voßwinkel (ehemalige Chorleiterin des Frauenchores Bogel) gesagt, die durch ihr engagiertes Auftreten dazu beigetragen haben, dass manche Auftritte, seien es Ständchen, Teilnahmen an Liederabenden etc. "gerettet" werden konnten.

Im Oktober 1982 verließ Dirigent Franz Wagner aus beruflichen Gründen den Verein und so musste man sich erneut auf die Suche nach einem neuen Chorleiter umsehen. In Hermann-Josef Hißnauer fand man den geeigneten Dirigenten, der mit Musikverstand, aber auch durch sonstige künstlerische Fähigkeiten, sei es bei der Gestaltung von Familienabenden oder Karnevalsveranstaltungen, den Verein tatkräftig unterstützt. Beim Familienabend im Januar 1985 konnten die Sänger Adolf Dauer, Emst Lang und Adolf Ruppmann sen. für 60 Jahre aktive Sängertätigkeit geehrt werden. Ihnen sei hier noch einmal Dank gesagt, dass sie dem Verein über eine so lange Zeit die Treue hielten, wo doch der jüngste von ihnen schon 78 Jahre zählte. Mit dem Gemischten Chor "Eintracht 1889 Geisig" wurden in dieser Zeit auch freundschaftliche Bande geknüpft, da Hermann-Josef Hißnauer diesen Verein ebenfalls als Dirigent betreut. Viele schöne Stunden hat man seither schon miteinander verbracht und sich gegenseitig unterstützt. Unter der Stabführung von Herrn Hißnauer konnte der Verein weiterhin viele Erfolge erzielen, einige seien hier erwähnt:

- Liederabend und Frühschoppenkonzert am 1.12. Juni 1986

- ein beeindruckendes vorweihnachtliches Wunschkonzert unter dem Motto 'An hellen Tagen "am 19. Dezember 1987.

Mitwirkende waren: Frauenchor Bogel (Marianne Voßwinkel), Gemischter Chor "Eintracht1889 Geisig", Gesang: Rolf Gasteyer (Bariton), Klavier: Dora   Gasteyer, Klavier: Roland Kreuz (Begleitung des MGV Bogel)

Weitere Höhepunkte der letzten Jahre waren:

Liederabend und Frühschoppenkonzert am 7./18. Mai 1988

Teilnahme am Kreischorkonzert in der Kirche "St. Barbara" Niederlahnstein.

Gemeinsam sang man dort mit dem Frauenchor Bogel und dem Gemischten Chor aus Geisig.

Aufnahme einer Musikkassette mit dem Titel "Höret, was ich Euch will sagen ", die in Teilen in der akustisch hervorragenden Klosterkirche in Strüth aufgenommen wurde.
Mitwirkende waren:
Solisten: Gerd Ruppmann und Günter Redert
Trompeten: Klaus Felke und Klemens Herrmann
Pauken: Uli Klöppel
Orgel: Raimund Krämer
Aufnahme: Werner Sorg

Im Januar 1993 leitet H.-J. Hißnauer unseren Männerchor schon zehn Jahre und wir hoffen, dass er noch viele Jahre bei uns bleiben kann. Nicht zuletzt soll an dieser Stelle einmal allen Vorständen Dank gesagt werden, die das Vereinsschiff durch viele ruhige, aber auch stürmische Tage sicher gesteuert haben. Der anhaltende Erfolg des Vereins ist unter anderem auch dem engagierten Verhalten der leitenden Persönlichkeiten zu verdanken. Dank auch an alle Sänger, die treu und mit gutem Willen zum Zusammenhalt und Fortbestand des Vereins beitragen. Es bleibt zu wünschen übrig, dass die Jugend trotz eines überreichen Angebots an Freizeitbeschäftigungen weiterhin zum Chorgesang findet, um eine alte Tradition in unser eins Ort auch über das Jahr 2000 hinaus am Leben erhalten zu können.

Sollte diese Hoffnung Wirklichkeit werden, können wir im Jahre 1995 aufgrund positiver Vorzeichen für die Zukunft Rückschau in die Vergangenheit halten, auf eine dann 75 Jahre alte Vereinsgeschichte des Männergesangvereins "Liederkranz" Bogel.